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DER GESANG DES HARZER KANARIENVOGEL Der Gesang ist das Rassemerkmal des Harzer Kanarienvogel. Schon die ersten Kanarienvögel wurden wegen ihres fleiszigen Gesangs gehalten. Im Zuge der Zucht in Menschenhand veränderte sich nicht nur das Aussehen des Kanarienvogels, sondern auch der Gesang. Der Wohlklang des Kanariengesangs für das menschliche Ohr bestimmte immer mehr auch den Wert des Kanarienvogel. Mitte des vorigen Jahrhunderts bereisten Aufkäufer den Harz und bestimmten subjektiv den Wert des Gesangs und damit des Vogels. Später wurden Vereine gegründet in denen Kanarienvögel im Wettstreit vorgeführt wurden und man bemühte sich objektive Bewertungskriterien zu schaffen. Das Kanarienlied wurde in Strophen unterteilt die eigene Namen bekamen. Grundgedanke der Bewertung war dasz tiefere Gesangteile höher bewertet wurden als schrille, helle Töne. Der tiefe, ruhige Gesang wurde van den Menschen als angenehmer empfunden. Die wichtigsten Strophen, genannt "Touren", für den Harzer Gesangkanarienvogel heiszen: Hohlrolle, Knorre, Hohlklingen, Glucken und Pfeife. FUTTER und WASSER Hauptnahrung des Kanarienvogels ist Körnerfutter und ab und zu ein wenig Eifutter. Grünfutter wie Salad, Löwenzahn und besonders Vogelmiere sollte man nur reichen, wenn man sicher ist, dasz es nicht mit chemischen Mitteln gespritzt wurde. Wasser musz jeden Tag frisch gereicht werden. Es gibt Trinkröhrchen die von auszen durch das Käfiggitter gesteckt werden. DIE GESCHICHTE DES HARZER KANARIENVOGEL Der Kanarienvogel stammt van den Kanarischen Inseln (Tenerif) vor der Westküste Nordafrikas. Der gesangsfreudige Hausgenosse wurde vor etwa 500 Jahren von Seefahrern nach Spanien gebracht. Da es sich finanziell lohnte, begannen spanische Mönche mit der Zucht des Kanarienvogels auszerhalb seiner Heimat. Zunächst wurden nur die singenden Mänchen verkauft, doch später auch Weibchen. Besonders die Tiroler Bergleute verstanden sich in der Vogelzucht. Vogelhändler, die Europa bereisten, verkauften die beliebten Sänger. Als im Tiroler Bergbau die Arbeit knapp wurde, zogen Bergleute nach Norden in den Harz, wo neuer Bergbau aufgeschlossen wurde. Sie nahmen ihre singenden Hausgenossen mit und besserten mit der Zucht ihr Einkommen auf. Hochburg der Kanarienzicht war Sankt Andreasberg, who heute ein Museum über die Harzerkanarienvogel ist und ein Denkmal zur herinnerung an den Kanarienvogelzüchter Wilhelm Trute (1836- 1889) Dank seiner Erfolge gilt Sankt Andreasberg noch immer als Wiege des Harzer Rollers. Hier entwickelte sich die Rasse des Harzer Kanarienvogels, der sich durch seinen besonders wohlklingenden und fleiszigen Gesang ausgezeignet. KÄFIG Je groszer ein Käfig is, desto mehr Bewegungsfreiheit hat der Kanarienvogel und desto wohler wird er sich fühlen. Ein Käfig für die Zimmerhaltung sollte etwa 60 cm lang, 40 cm hoch und 40 cm tief sein. In einem Käfig dieser Grösze kann der Vogel seinem Flugbedürfnis nachkommen. Der Käfig sollte an einem hellen nicht durch Zugluft gefährdeten Ort stehen. Pralle Sonne ohne Schattenplätzchen oder ein Standort über der Heizung schaden dem Vogel. Der Boden sollte mit einer Schublade ausgerüstet sein, die etwa einen cm dick mit sand bedeckt ist. Der Käfig musz regelmäszig gereinigt werden. Anflugstangen ermöglichen es dem Vogel den angebotenen Raum auszunutzen. Wassertränke und Futternapf müssen vor Verschmutzung sicher sein. Ein Badehaus wird gerne von den Vögeln benutzt. KAUF Der beste Weg einen Kanarienvogel zu kaufen ist ihn direkt beim Züchter zu erwerben. Der Züchter wird bei Fragen immer anspechbar sein und mit einem Tip weiterhelfen können. In der Regel werden für die Einzelhaltung Hähne gekauft, denn nur die singen. Zwei Hähne in einem Käfig fechten Revierkämpfe aus. Ein Paar sollte man nur halten, wenn man züchten möchte. Bei genügend Raum in einer Voliere kann man auch mehrere Hähne halten. Des beste Zeitpunkt Kanarien zu kaufen ist november/dezember. Die Vögel haben den die jährlichen Federwecksel beendet und stehen voll im Gasang. Bei seriösen Züchtern kann man sich den Gesang der Hähne vorfüren lassen und sich den Vogel aussuchen der am meisten zusagt. Züchteradressen können Sie in Holland bekommen beim Sekretär der "Landelijke Speciaalclub Harzers". DIE ZUCHT Da der Kanarienvogel über Jahrhunderte an unser Klima angepaszt ist, ist die Zucht heute kaum noch mit Schwierigkeiten verbunden. Selbst in ungeheitzten Räuman ist die Zucht von Kanarienvögeln möchlich. Der Zuchtkäfig sollte mindestens 60 x 40 x 40 cm sein. Neben der üblichen Käfigausstattung (Sitzstangen, Futter, Wasser und Sand) sollte im Käfig eine Nisthilfe angebracht sein. Z.B. kleine Metallkörbchen die von innen an den Zuchtkäfig angebracht werden. Auszerdem einde Raufe für Nestbaumaterial. Vor Beginn der Zucht sollte man für genügend zusätlichen Käfigraum sorgen, in dem später die Jungvögel untergebracht werden können. Anfang März setzt man die Kanarienhenne in de Zuchtkäfig. Schon bald wird die Henne beginnen angebotenes Nistmaterial (Scharpie) im Schnabel umher zu tragen und zunächst locker in der Nistschale abzulegen. Später werden die Nestbaubestrebungen gezielter und meist innerhalb kurzer Zeit formt die Kanarienhenne durch Drehbewegungen ein festes Nest. Ist das Nest fertig setzt man den Kanarienhahn in den Zuchtkäfig. Dann balzt und singt der Hahn das Weibchen an. Es druckt sich und anschlieszend kommt es zur Kopulation. Im abstand von ein bis zwei Tagen legt das Weibchen (der Hahn kan dann wieder im eigenen Käfig) vier bis fünf blau-grüne, leicht braun gesprenkelte Eier. Sie werden 13 bis 14 Tagen vom Weibchen bebrütet bis die winzigen Kanarien schlüpfen. Spätestens jetzt sollte man zusätzlich zum Körnerfutter täglich frisch Eifutter für Kanarien reichen wie es im Zoofachhandel zu erwerben ist. Etwa vier Wochen werden die Jungen von Ihren Mutter gefüttert. Nach ca. 14 Tagen verlassen sie das Nest, bewegen sich zunächst unbeholfen im Käfig umher und beginnen recht bald selbst Futter aufzunehmen. Sobald die jungen Kanarien flügge sind, müssen sie in einen eigenen Käfig umgesetzt werden. |